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Am 10. Mai 2019 ist der Präsident des Bayerischen Obersten Landesgerichts a.D., ehemals Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Peter Gummer im Alter von 78 Jahren verstorben. Der Verband Bayerischer Rechtspfleger erinnert sich immer noch an seine Festansprache zu unserem Delegiertentag 2005 in Kloster Banz.

Vor dem Hintergrund einer damals zur Diskussion stehenden „Großen Justizreform“ hielt Peter Gummer dort eine sehr engagierte Rede gegen alle Privatisierungstendenzen in der Justiz, speziell gegen die im Raum stehende Übertragung der Nachlassverfahren auf die Notare. Er setzte sich dabei detailliert mit allen Gründen und Hintergründen der geplanten Reform auseinander und zeigte stichhaltige Gegenargumente auf. So kam er zu dem Ergebnis, die geplante Übertragung der Nachlassverfahren auf die Notare sei „ein Irrweg“ und würde zu einem Abbau von Rechtsstaatlichkeit führen. Es bestünde im Übrigen kein Zweifel, „dass die dritte Gewalt bei der Bewältigung ihrer Aufgaben auch künftig … auch kompetente und leistungsbereite Rechtspfleger benötigt.“ Seiner Unterstützung ist es zu verdanken, dass die „Große Justizreform“ nicht umgesetzt wurde. Peter Gummer war der vorletzte Präsident vor der Auflösung des Bayerischen Obersten, das nun am 15. September 2018 wieder neu begründet wurde. Der Verband wird Peter Gummer immer ein ehrendes Andenken bewahren. Seinen Angehörigen gilt unser Mitgefühl.