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Werbung durch attraktives Berufsbild und optimale Studienbedingungen

In den kommenden Jahren wird sich, so wie im gesamten öffentlichen Dienst, auch bei den Rechtspflegern ein Generationenwechsel vollziehen. Eigentlich sind wir schon mittendrin!

Benötigt werden neben IT-Fachkräften vor allem Kolleginnen und Kollegen, die bereit und in der Lage sind Führungsverantwortung zu übernehmen.

Derzeit werden – auf Grund der sehr positiven Haushaltsbeschlüsse der letzten Jahre – so viele Studierende wie nie zuvor eingestellt. In der gerichtlichen bzw. staatsanwaltschaftlichen Praxis kommen jedoch nicht so viele an, wie gebraucht werden. Dies liegt neben dem zunehmenden Anteil an Teilzeitbeschäftigten vor allem auch daran, dass es vermehrt zu Studienabbrüchen kommt und höhere Wiederholerquoten als in der Vergangenheit zu registrieren sind.

Gerade für die sehr verantwortungsvollen und haftungsträchtigen Rechtspflegertätigkeiten wie das Versteigerungs-, Insolvenz- und Grundbuchverfahren werden bestens qualifizierte Beamte benötigt. Dies gilt in besonderem Maße auch für Verwaltungsfunktionen wie z.B. die des Geschäftsleiters.

Selbstverständlich sollte es sein, alle Online-Medien für eine zielgruppenorientierte Nachwuchsgewinnung einzusetzen. Entscheidend ist aber, dass ein Berufsbild geschaffen und öffentlich kommuniziert wird, welches die positiven Aspekte der Rechtspflegertätigkeit mehr herausstellt. Neben einem besseren Einstiegsgehalt ist vor allem das Berufsprofil zu schärfen, indem die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Rechtspflegers betont wird.

Hier bedarf es Strukturänderungen mit umfassenden Rechtspflegerzuständigkeiten vom Beginn bis zum Abschluss des Verfahrens. Das Nachlassverfahren ist ein gelungenes Beispiel hierfür.

Wenn wegen der aktuell sehr hohen Einstellungszahlen nicht alle Studierenden ein Zimmer am Fachbereich in Starnberg erhalten können, so wäre es ein positives Zeichen die notwendigerweise auswärts untergebrachten Studierenden weitestgehend zu unterstützen um annähernd gleiche Studienbedingungen für alle zu schaffen. Dies ist eine große Herausforderung und gelingt sicher nicht immer optimal. Aber der Wegfall der Fahrtkostenzuschüsse für die Anfahrt zu den Vorlesungen von außerhalb Starnbergs ist ein zusätzliches, sicher vermeidbares Ärgernis. Eine Werbung für das Rechtspflegerstudium ist dies sicher nicht. Maßnahmen zur Kompensation dieser Zusatzbelastung der Studierenden oder die Aufnahme entsprechender Regelungen in die Reisekostenbestimmungen halten wir für dringend erforderlich und setzen uns dafür ein!